Kunststoffe und ihre Produktion


Die Produktion von Massenkunststoffen
Mit den 1950er Jahren setzte der massenhafte Gebrauch von Plastik ein. Dieser ist seit damals stetig gestiegen. Heute werden jährlich über 250 Millionen Tonnen Plastik produziert. Während die Plastikproduktion in Europa im letzten Jahrzehnt einigermassen konstant blieb, steigt sie insbesondere in den Entwicklungsländern weiterhin an. In den letzten 20 Jahren stieg die weltweite Nachfrage jedes Jahr konstant um 5%.

Kunststoffe haben viele praktische Eigenschaften
Die Beliebtheit von Plastik erklärt sich nicht nur durch seine tiefen Produktionskosten, sondern auch durch seine zahlreichen praktischen Eigenschaften wie geringes Gewicht, Säureresistenz oder Biegsamkeit. Plastikverpackungen halten Nahrung frisch und erlauben den Transport von Wasser über weite Distanzen. Sein Einsatz im Transportwesen bringt CO2-Einsparungen mit sich. Darüber hinaus fördern Kunststoffe mit ihren flexiblen Eigenschaften technologische Innovationen und führen insbesondere in den Bereichen Medizin, Gebäudetechnik sowie in der Konstruktion von Flugzeugen und Automobilen zu neuartigen Lösungen.

Ein Drittel ist Verpackungsmaterial
Der enorme Plastikkonsum bringt aber auch viele Probleme mit sich. Über ein Drittel der Produktion ist Verpackungsmaterial und endet schnell wieder im Müll. Da herkömmliche Kunststoffe biologisch nicht abbaubar sind, verschmutzt nicht fachgerecht entsorgter Plastikmüll Jahrzehnte bis Jahrhunderte unsere Umwelt. Bereits heute türmen sich die Plastikberge auf Mülldeponien und in der Natur. Selbst in Europa mit seiner relativ guten Abfallwirtschaft werden bei optimistischer Rechnung lediglich ein Viertel der Kunststoffabfälle dem Recycling zugeführt. Bei anhaltendem Konsum sind weitsichtige und ganzheitliche Lösungsansätze unbedingt nötig.

Massenkunststoffe aus Erdöl
Kunststoffe bestehen aus langen Molekülketten, sogenannten Polymeren, die durch die Verkettung des immer gleichen Einzelbausteins (Monomer) entstehen. Die chemischen Verbindungen sind sehr stabil und nicht abbaubar. Dieses Material, das oftmals nur kurz genutzt wird, ist eigentlich produziert um ewig zu halten.
Synthetisch hergestellte Kunststoffe werden aus Erdöl, Kohle oder Erdgas gewonnen. Insgesamt werden 4% der weltweiten Öl- und Gasproduktion zur Herstellung von Kunststoffen verwendet. Da ein Grossteil des gebrauchten Plastiks in der Müllverbrennungsanlage endet, bedeutet dies letztlich auch eine Verschwendung wertvoller nicht erneuerbarer Ressourcen. In Europa verteilen sich 80% der gesamten Plastikproduktion auf nur sechs Kunststofftypen, die sogenannten Massenkunststoffe: Polyethylen, Polypropylen, PVC, Polystyrol, PET und Polyurethan. Hergestellt werden sie alle aus Erdöl.

Einsatz mit Bedacht
Kunststoffe haben viele praktische Eigenschaften. Doch ihr massenhafter und unbedachter Einsatz hat auch negative Folgen für unsere Umwelt. Die billige Herstellung des Materials fördert den Überkonsum an einer Stelle, wo eigentlich unbedingt eine Reduktion erfolgen müsste.

Links:
Plastics Europe, Plastics - The Facts 2011
Freie Unviersität Berlin, Kunststoffe zum Kennenlernen

Download:
Materialkunde Kunststoffe [pdf]

  • SUCHE
  • KONTAKT
  • PRESSE