Plastikmüll im Meer


Plastikmüll im Meer
Schätzungsweise 80% des Plastikmülls gelangt über Flüsse vom Land ins Meer. Das Problem Plastikmüll im Meer betrifft also nicht nur Länder, die über Meeresküsten verfügen, sondern grundsätzlich alle Landgebiete, auf denen Plastik verwendet wird. Auch in Seen, Flüssen, Bächen und Feuchtgebieten wird Plastik zum Problem.

Auch Binnenländer sind mitverantwortlich
Die europäischen Hauptwasserscheiden verlaufen mitten durch Europa. Über die grossen Flüsse Europas kann damit auch Abfall aus Binnenregionen in die Meere gelangen: so etwa über den Po in die Adria, über den Rhein in die Nordsee, über die Rhone ins Mittelmeer und über die Donau ins Schwarze Meer.

Plastik ist überall...
Leichte Kunststoffstücke treiben an der Oberfläche und werden von den Strömungen über weite Strecken und grosse Zeiträume mitgetragen. Ein Teil davon wird an Ufer und Küsten gespült. Plastikarten, deren Dichte höher ist als diejenige von Meerwasser, sinken auf den Meeresboden.
Insbesondere die Situation auf dem Meeres- oder Seegrund ist noch wenig erforscht. Vermutlich befinden sich besonders grosse Ansammlungen von schwereren Plastiksorten wie PET und HDPE vornehmlich vor dicht besiedelten Küsten und in der Gegend von Flussdeltas. Es wird befürchtet, dass die Plastikansammlungen den Gasaustausch zwischen Meeresgrund und Wasser einschränken.

Ocean Report – marine litter, Surfrider Foundation Europe

…auch in den Mägen von Tieren
Forschungen von Kara Lavender Law, Ozeanografin bei der Sea Education Association (SEA), haben ergeben, dass die Menge gemessenen Plastiks an der Oberfläche des Atlantiks seit den letzten 20 Jahren stagniert; dies obwohl die Menge, die ins Meer gelangt, stetig wächst. Sie wertete dazu über 7500 Proben aus, die über eine Zeitspanne von 25 Jahren auf Forschungsexpeditionen von SEA gewonnen wurden. Was geschieht also mit dem Überschuss?
Eine von Law’s Theorien vermutet, dass ein beträchtlicher Teil des Abfalls von Plankton fressenden Tieren konsumiert wird. Eine andere Theorie besagt, dass Meeresorganismen die Plastikstücke bevölkern, diese somit schwer werden und auf Grund sinken. Auch auf dem Meeresgrund wird das Plastik gefressen: Erin Graham und Joseph Thompson wiesen 2009 nach, dass Seegurken grössere Mengen von Plastik mit der Nahrung aufnehmen.

Links:
NABU, Plastikmüll im Meer

NOAA, Marine Debris Program
Studie Kara Lavender Law

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