Mikroplastik


Mikroplastik
Als Mikroplastik werden Plastikstücke bezeichnet, deren grösste Abmessung kleiner als 5mm ist. Es sind zwei Sorten von Mikroplastik in der Umwelt anzutreffen: zu einem bestimmten Zweck hergestelltes Mikroplastik und Bruchstücke, die sich von grösseren Plastikobjekten abgelöst haben. Zur ersten Gruppe gehören Plastikpellets, die das Grundmaterial für die Plastikproduktion darstellen und auf dem Weg zur Verarbeitung in der Fabrik verloren gegangen sind, sowie Plastikpartikel, die in Scheuer- und Schleifmitteln oder Kosmetikartikeln wie Peelinglotionen enthalten sind und über das Abwasser in die Umwelt gelangt sind. Die zweite Gruppe, welche vor allem im Meer anzutreffen ist, sind Mikroplastikstücke, die durch Witterung und mechanische Einwirkungen von grösseren Objekten abgerieben worden sind.

Plastik in der Nahrungskette
Wie sich die Aufnahme von Plastikteilen über die Nahrung auf die verschiedenen Stufen der Nahrungskette auswirkt, ist heute noch nicht absehbar. Da Kunststoffe zum Teil gefährliche Zusatzstoffe enthalten und sich gewisse Schadstoffe auf dem Plastik anreichern, werden weitreichende Folgen vermutet. Forschungen an Muscheln haben bereits gezeigt, dass Mikroplastikteile auch ins Gewebe von Filterorganismen aufgenommen werden können.

Gefährliche Schadstoffe
Eine gefährliche Stoffgruppe, die sich auf Plastik anreichert, sind POPs – «Langlebige organische Schadstoffe» (englisch: persistent organic pollutants). POPs werden durch chemische Prozesse hergestellt und sind sehr schlecht abbaubar. Da sie kaum wasser-, aber gut fettlöslich sind, lagern sie sich im Fettgewebe von Lebewesen ab. Ihre Konzentration nimmt mit jeder aufsteigenden Stufe in der Nahrungskette exponentiell zu (Bioakkumulation). Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, unerwünschte Wirkungen auf das Hormonsystem von Lebewesen zu haben oder krebserregend zu sein. Es bestehen berechtigte Gründe zur Vermutung, dass sie die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, Verhaltensstörungen hervorrufen und zu Immundefekten führen können.

International Pellet Watch
Professor Hideshige Takada (Laboratory of Organic Geochemistry, Tokyo University of Agriculture and Technology, JP) untersucht mit seiner Organisation International Pellet Watch am Laboratory of Organic Geochemistry in Tokyo das weltweite Vorkommen von langlebigen organischen Schadstoffen in Kunststoff-Pellets. Ein Netz von freiwilligen Sammlern schickt ihm zu diesem Zweck Proben von jeweils etwa 200 an lokalen Stränden gefundenen Pellets. Die daraus gewonnenen Informationen geben Aufschluss über die globale Verteilung von POPs, die grosse regionale Unterschiede aufweist.

Links:
International Pelletwatch, JP

Downloads:
GESAMP, Joint Group of Experts on the Scientific Aspects of Marine Environmental Protection, Proceedings of the GESAMP International Workshop on Microplastic particles as a vector in transporting persistent, bioaccumulating and toxic substances in the ocean, UNESCO-IOC, Paris 2010 [pdf]
Proceedings of the International Research Workshop on the Occurrence, Effects, and Fate of Microplastic Marine Debris (NOAA), University of Washington Tacoma, WA, USA, Hg. von Courtney Arthur, Joel Baker, and Holly Bamford, January 2009 [pdf]

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