Erzähl-
theater

Museum für Gestaltung Zürich


Plastikente über Bord
An zwei Sonntagen verwandelte sich der Aktionsraum mit einem flauschigen roten Teppich und einer Bühne in ein Theater. Das Stück «Plastikente über Bord» ist als Bühnenfassung geschrieben und wurde von der Schauspielerin Julia Glaus auch schon mehrfach auf grossen Bühnen aufgeführt. Für die Ausstellung schuf sie eine reduzierte, aber nicht weniger amüsante Fassung. Eine wahre Begebenheit bildet dabei die Ausgangslage für das Theaterstück: Bei einem heftigen Unwetter 1992 stürzte ein Container mit 29.000 Plastikenten, welche auf dem Weg von China in die USA war, ins Meer. Seither werden immer wieder an den verschiedensten Orten Plastikenten gefunden. Die Produktionsfirma hat bereits einen Finderlohn für die Enten ausgeschrieben und auch die Wissenschaft ist sehr an den Enten interessiert. Anhand der Fundorte der Enten kann deren Weg zurückverfolgt und so einiges über die Meeresströmungen erfahren werden.  Eine dieser Enten spielt die Hauptrolle im Theaterstück. Ihr Traum in einer amerikanischen Badewanne Kinder glücklich zu machen rückt nach dem Unglück in weite Ferne. So macht sie sich auf den beschwerlichen Weg in den Atlantik, wobei ihr Allerlei passiert. Bei einem längeren Zwischenstopp in der Antarktis erfährt sie einiges über die Kultur der Eskimos und lernt einen Polarforscher kennen. Nach mehreren Jahren findet ein Forscher, der die Meeresströmungen anhand der Entenfunde erforscht, sie an der Atlantikküste. Seine Freude über den Fund ist riesig und auch die Ente ist glücklich, scheint sie doch ihr Ziel erreicht zu haben. Nach einiger Zeit, als der Medienrummel über den spektakulären Fund nachgelassen hat, ist die Ente ihrem Leben an Land überdrüssig und sie beschliesst sich wieder auf Reise in die unendliche Weiten der Ozeane zu begeben.

9. September 2012
23. September 2012

Konzept und Text: Julia Glaus und Christoph Moerikofer
Mit: Julia Glaus
Regie: Christoph Moerikofer

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